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Musiktheorie Teil 1: Noten lesen

Liebe Freunde der Musik, wir starten eine neue Serie zum Thema Musiktheorie. Wir selbst haben erst vor kurzer Zeit angefangen, am Computer Musik zu produzieren. Dabei ist uns aufgefallen, dass es von Vorteil ist, wenn man Noten lesen, Akkorde bilden und Harmonien erzeugen kann. Dieses Wissen möchten wir in dieser Serie so gut es geht an euch weitergeben. Viel Spaß!

Was ist eigentlich Musik?

Kurz gesagt besteht Musik aus Tönen und Rhythmus. Töne können dabei in allen möglichen Höhen, Lautstärken und Tondauern wiedergegeben werden. Unter anderem entstehen dadurch Tonarten und Akkorde. Außerdem lassen sich in der Musiktheorie Töne in Noten darstellen.

Der Rhythmus wird bestimmt durch die Geschwindigkeit (angegeben in bpm = beats per minute), Länge der Töne und Pausen. Wusstest du, dass Töne aus Frequenzen bestehen? Sieh dir dazu unseren Beitrag über Sound und Frequenzen an.

All das lässt sich in einem Notensystem aufschreiben und darstellen. Schauen wir uns das einmal an:

Unser Notensystem

Als erstes benötigen wir 5 Notenlinien, die zur Orientierung dienen. Das war nicht immer so, denn in der Geschichte der Musik gab und gibt es noch andere Systeme z.B. mit nur 2 Linien. Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Etabliert hat sich das 5 Linien System. Um einen Ton einzutragen, platzieren wir ihn entweder auf einer Linie oder in einem Zwischenraum. Aber Stopp, um einen Ton zu bestimmen, brauchen wir zuerst einen Notenschlüssel:

Bild: Notenlinien | Sunset Music
Bild: Notenlinien

Die Notenschlüssel

Der bekannteste Notenschlüssel ist der Violinschlüssel. Er wird auch G-Schlüssel genannt. Das kommt daher, dass sein Körper den Ton g‘ umgibt und auch sein Aussehen aus der alten Schreibweise des Buchstaben G kommt.

Bild: Violinschlüssel |Sunset Music
Bild: Violinschlüssel

Daneben gibt es noch den Bassschlüssel oder auch F-Schlüssel genannt. Das liegt daran, dass seine zwei Punkte den Ton f umschließen.

Bild: Bassschlüssel
Bild: Bassschlüssel

Warum verschiedene Schlüssel? Der Violinschlüssel ist der am meisten verwendete Notenschlüssel in der Musiktheorie, da alle Instrumente in seiner Tonlage spielen können. Um sich die Hilfslinien bei sehr tiefen Tönen zu ersparen, benutzt man den Bassschlüssel. Für Klavierspieler z.B. sind beide Schlüssel wichtig, da der Violinschlüssel angibt, was die rechte Hand spielt und der Bassschlüssel, was die linke Hand spielt.

Die Töne

Da wir nun wissen, wo g‘ auf dem Violinschlüssel und f auf dem Bassschlüssel liegt, können wir die umliegenden Töne bestimmen.

Bild: Ton g' auf Klaviatur | Sunset Music
Bild: Ton g‘ auf Klaviatur

Was wir nun sehen ist die C-Dur Tonleiter, angefangen bei c‘. Beim Ton c‘ fällt auf, dass wir unter den Bereich der untersten Linie kommen, somit brauchen wir eine Hilfslinie. In die andere Richtung passiert das gleiche beim c‘ im Bassschlüssel, nur nach oben. Auf diese Art lassen sich alle Töne darstellen und lesen.

Bild: C-Dur-Tonleiter: C-D-E-F-G-A-H-C | Sunset Music
Bild: C-Dur-Tonleiter: C-D-E-F-G-A-H-C
Audio: C-Dur-Tonleiter

Die Halbtöne

Beim Blick auf die Klaviatur fällt auf, dass wir 7 ganze Töne haben (C-D-E-F-G-A-H), das sind die weißen Tasten. Dazu kommen die 5 schwarzen Tasten, das sind die Halbtöne. Zwischen jedem Ton in einer Tonleiter (z.B. c – c‘) liegt ein ganzer Ton (=zwei Halbtöne). Nur zwischen E und F, und H und C liegt ein einziger Halbton auf dem Klavier.

Klavier tastatur | Sunset Music
Grafik: Klavier-Tastatur

Das # markiert einen Halbtonschritt nach oben. Ausgehend von einem Grundton verändert sich dann die Bezeichnung: c + # = cis.
Da wir wissen, dass zwischen E & F und zwischen H & C nur ein Halbton liegt, entspricht das Eis einem F und das His einem C.

Bild: Tonleiter Cis-His | Sunset Music
Bild: Tonleiter Cis-His

Andersrum bedeutet das b als Vorzeichen, man geht einen Halbton tiefer. Auf dem Klavier entsprechen Ces dem H und Fes dem E.

Bild: Tonleiter Ces-b | Sunset Music
Bild: Tonleiter Ces-b

Euch wird sicherlich aufgefallen sein, dass wir hier mehr Töne als Tasten auf dem Klavier (innerhalb einer Tonleiter) haben. Das liegt daran, dass zwei Halbtöne auf eine Taste gelegt wurden.
Sprich: Cis=Des, Dis=Es, Fis=Ges, Gis=As und Ais=B. Das ganze nennt man enharmonische Verwechslung. Die Wahl, warum man ein # oder ein b als Vorzeichen benutzt, liegt an der Tonart, in der ein Stück geschrieben ist. Dazu und wie man Akkorde und Harmonien bildet, kommen wir in einem anderen Beitrag über Musiktheorie.

Tonlängen

Nun haben wir gelernt, die Tonhöhen zu lesen. Jetzt geht es daran, zu erkennen, wie lang eine Note gespielt wird. Für den Rhythmus eines Liedes ist das ganz entscheidend.

Die ganze Note ist die längste. Ab dann wird halbiert, d.h. eine halbe Note ist halb so lang, wie eine ganze, eine viertel halb so lang wie eine halbe usw.

Bild: Tonlängen von ganzer, halber und viertel Note | Sunset Music
Bild: Tonlängen von ganzer, halber und viertel Note
Bild: Tonlängen von Achtel, Sechzehntel und Zweiunddreißigstel | Sunset Music
Bild: Tonlängen von Achtel, Sechzehntel und Zweiunddreißigstel

Pausen

Das selbe Spiel, wie mit den Noten, läuft auch mit den Pausen.

Bild: Pausenlängen (Ganze, Halbe, Viertel) | Sunset Music
Bild: Pausenlängen (Ganze, Halbe, Viertel)
Bild: Pausenlängen (Achtel, Sechzehntel, Zweiunddreißigstel) | Sunset Music
Bild: Pausenlängen (Achtel, Sechzehntel, Zweiunddreißigstel)

Der Takt

Der Takt ist der Bereich zwischen zwei senkrechten Strichen. Wie dieser Bereich zu füllen ist, hängt von der Taktart ab.

Durch sie wird die Betonung der Spielart verändert, daher ist sie entscheidend für den Rhythmus eines Liedes.

In unserem Beispiel oben haben wir einen 4/4 Takt. Das bedeutet, dass die Summe aller Notenwerte 1, also 4/4 ergeben muss. Das bedeutet zunächst reine Mathematik: entweder du nimmst eine ganze Note, zwei halbe, 4 viertel, eine halbe und zwei viertel usw. Die Möglichkeiten sind zahlreich.

Bei einem 3/4 Takt ergibt die Summe aller Noten und Pausen in einem Takt 3/4, z.B. durch drei Viertelnoten, eine halbe und eine Viertel usw. Das selbe könnt ihr auf 6/8 Takte übertragen.

Die Betonung

4/4 Takt: Betonung auf 1 und 3 | Sunset Music
4/4 Takt: Betonung auf 1 und 3
3/4 Takt: Betonung auf der 1 | Sunset Music
3/4 Takt: Betonung auf der 1

Die Taktart wird beim Erstellen von Drums und Percussion, sowie bei der Melodiefindung sehr wichtig werden.

Geschwindigkeiten

Wie schnell am Ende wirklich eine Viertelnote zum Beispiel ist, liegt an der Geschwindigkeit deines Stückes. Diese wird angegeben in bpm (Beats per minute). So ist zum Beispiel bei 120 bpm ein Takt 2 Sekunden lang, ein Halbton dauert eine Sekunde usw. Bei 80 bpm ist ein Takt 3 Sekunden. Welche Geschwindigkeiten für einzelne Genres geläufig sind, haben wir in unserem Beitrag Aufbau eines Songs gezeigt.

Fazit

Wenn man sich ein bisschen mit Musiktheorie beschäftigt, ist es gar nicht so kompliziert. Hier gilt: Übung macht den Meister! Wir hoffen, dieser kurze Einblick konnte euch helfen, den Überblick in euerm DAW zu behalten. Wenn ihr euch weiterhin für Musiktheorie interessiert, bleibt auf dem Laufenden z.B. indem ihr unserem Instagram Profil folgt. Wenn ihr euch mehr für DAWs interessiert, schaut bei Homestudio oder Songwriting vorbei.

4 Antworten auf „Musiktheorie Teil 1: Noten lesen“

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