Besuch auf dem Highfield Festival 2019 - Review | sunsetmusic.de
Beitragsbild Highfield Festival 2019

Review: Highfield Festival 2019

Kennt du das, wenn dich jemand fragt, ob du spontan bist? Wir würden sagen: Wenn spontan bedeutet, nachts im Campingurlaub bei guter Musik und bei einem kühlen Bierchen rund 50 km vom Highfield Festival entfernt, Karten für ein Festival zu kaufen, dann lautet die Antwort: ja. Aber eins nach dem anderen.

Wenige Tage zuvor befanden wir uns noch auf dem Open Flair Festival in Eschwege. Eigentlich wollten wir im Anschluss einen ruhigen Urlaub in der Natur, weit weg von Stress, Alltag, Hektik und zugegebenermaßen auch von Festivals verbringen. Doch am Freitagabend sollte alles anders sein. Bei einem kühlen Bier hörten wir die Band Thirty Seconds to Mars und wurden von einer Streamingplattform darauf aufmerksam gemacht, dass diese Band am Folgetag das im rund 50kM entfernte Großpösna stattfindende Highfield Festival headlinen sollte.
„Waaaaaas? Diese Chance bekommen wir doch nie wieder!“

Wir entschieden uns kurzer Hand dazu spontan Tages-Tickets für das Highfield Festival zu kaufen, packten unsere Sachen und fuhren am nächsten Tag dort hin.
Am Festivalgelände angekommen wurden wir von der Festival-Crew freundlich in Empfang genommen. Die Anreise verlief komplikationslos und schnell.

Kurz ein paar Infos vorneweg: Das Indie-Rock-Festival Highfield
findet seit 2010 in Großpösna bei Leipzig in Sachsen statt. Vorher hat es bereits zwölf Jahre in Thüringen stattgefunden. Pluspunkt ist der Störmthaler See mit Strand, dieser verleiht dem Festival seinen ganz eigenen Charakter. Das Highfield besuchen jährlich rund 30000 festivalbegeisterte Menschen.

Fakten über das Highfield Festival in Großpösna

Interessierst du dich für Indie-Rock? Dann sieh dir unseren Beitrag über dieses vielseitige Genre an. Klick hier.

Location

Auf dem Gelände angekommen ließen wir uns die Festivalbändchen umlegen. Das Gelände ist sehr weitläufig, aber die Wege sind breit und man findet schnell den Weg über den Campingplatz zu den Bühnen. Dieser ist aufgeteilt in verschiedene Zonen, so wie man es von anderen Festivals gewöhnt ist. Es gibt separate Camping-Areas für Zelte, Wohnmobile und auch fertige Wohnhäuser. Auch ein Bereich führ „grünes Wohnen“ gibt es. In dieser Camping-Area wird der Fokus auf Ruhe und Sauberkeit gelegt.

Eine lange Lichterkette weißt den Weg zum Hauptplatz und ist ein guter Orientierungspunkt. Auf dem Camp befindet sich ein extra für das Festival errichteter Supermarkt, der dich mit alltäglichen Produkten versorgt. Außerdem gibt es eine kleine Meile mit Merch-Ständen, Bankautomat, Infostand und sogar einen Stand, an dem man sich mit Glitzer schminken lassen konnte.

Die Sicherheitskontrolle verlief schnell und gründlich. Auf dem Festivalgelände sind nur kleine Handtaschen oder durchsichtige Turnbeutel erlaubt. Das erste was man sieht ist der große Eingangsbogen mit Highfield-Schriftzug und einer täglich wechselnden Begrüßung. Diesmal stand dort: „Ich seh‘ schon wieder Sterne, Alder.“ Fanden wir sehr witzig.

Über dem Festival Gelände verteilt befinden sich mehrere Merch-Stände, Trinkwasserspender und sanitäre Anlagen.

Highfield Festival Gelände - Sunset Music
Foto : Das Gelände des Highfield Festivals

Ein weiterer positiver Punkt waren die zahlreichen Anlaufstellen für Notfälle. Die Polizei, Feuerwehr und auch die Sanitäter und Ärzte sind an Notfall-Punkten schnell auffindbar und helfen dir, wenn du mal Ihre Hilfe benötigen solltest.
Die Anreise ist übrigens auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie Bus und Bahn möglich. Der Shuttle-Service bringt dich bequem zu einigen der zentralen Hotspots. Des Weiteren bietet der Veranstalter auch eine App für Smartphones an, die das Line-Up, sowie einen Geländeplan und vieles mehr beinhaltet. Die Barrierefreiheit – wichtiger Punkt in unseren Augen – wurde ebenfalls durch den Veranstalter umgesetzt.

Auf dem Hauptplatz existieren zwei Bühnen: Die Blue Stage und die Green Stage. Sie stehen nebeneinander, sodass man schnell von einer zur anderen kommt, glücklicherweise kommt sich ihr Sound nicht in die Quere, wenn die Künstler und Bands ihre Shows abliefern. Apropos Shows: Die Show von Thirty Seconds to Mars war super geil, aber dazu später mehr.

Ein echter Blickfang war der Platzhirsch. Er ist 20 Meter hoch, kann Feuer aus seinem Geweih sprühen und rauch aus der Nase ausatmen, Ganz nebenbei ist er noch eine begehbare Disco.

Platzhirsch auf dem Highfield Festival - Sunset Music
Foto: Platzhirsch

Auf dem Platz gibt es zahlreiche Essensgelegenheiten, die wie eine Ladenzeile aufgebaut sind. Von Bratwurst, über Döner zu Handbrot gibt’s dort Mahlzeiten für jeden Geschmack. Zudem gibt es genügend Sitzmöglichkeiten zum Essen.

Außerdem steht auf dem Platz ein großes Riesenrad, das nachts wunderschön leuchtet und dem Platz nochmal einen finalen Touch verleiht.

Highfield Festival Riesenrad - Sunset Music
Foto: Riesenrad

Atmosphäre

Wir waren zum allerersten Mal auf dem Highfield Festival in Großpösna bei Leipzig. Und was sollen wir sagen?
Von Beginn an fühlten wir uns auf dem Highfield pudelwohl.
Auf dem Weg über den Campingplatz fiel sofort auf: Hier feiern die Menschen friedlich und ausgelassen. Auch die Crew und das Sicherheitspersonal waren sehr nett, zuvorkommend und machten einen sehr familiär Eindruck.
Der Wohlfühlfaktor hier war mehr als positiv. Die Atmosphäre auf dem Hauptplatz hatte schon zu Beginn einen bleibenden positiven Eindruck bei uns hinterlassen. Das Wetter spielte auch mit, denn mit kleinen Unterbrechungen feierten die Besucher des Highfield bei schönstem Sonnenschein, während es in allen anderen Bundesländern regnerisch war. Ein Pluspunkt ist auch der Badestrand, für den an diesem Tag leider keine Zeit blieb.

Line-Up

Alte Bekannte

Das Line-Up des Highfield Samstag konnte sich wirklich sehen lassen. Angefangen mit den altbekannten Monsters of Liedermaching kam bei uns sofort das Festivalgefühl zurück. Mit ihrer locker-lustigen Art und Mitmachsongs, wie „Türen“, „Laterne“ oder „Auflaufform“ brachten die Jungs den Platz zum mitsingen und mitschaukeln.

Starke Aktion von OK Kid

Nach dem Auftritt von Skindred sahen wir uns OK-Kid an. An diesem Tag trat das Trio ausnahmsweise zu zweit auf (einer war Krank). Die Gruppe aus Gießen überzeugte mit zeitkritischen Texten wie in „Stadt ohne Meer“ oder „Lügenhits“. Unsere Freunde von Viva con Agua waren bei den Kids ebenfalls am start und sammelten Pfandbecher für sauberes Trinkwasser weltweit. Dabei ließ es sich der Frontsänger nicht nehmen, sich im Schlauchboot über die Menge tragen zu lassen, um selbst mit zu sammeln – starke Aktion!

Nach Danko Jones kamen Die Orsons an die Reihe. Mit ihrer neuen Platte „Orsons Island“ und einem geilen Bühnenbild veranstalteten sie eine dicke Party. Das Publikum und wir hatten sehr viel Spaß mit ihnen.

Außerdem sahen wir auch Enter Shikari mit, die mit Hits wie „Live Outside“ und „Sorry You’re Not A Winner“, sowie Trettmann mit „Knöcheltief“, „Standard“ und „GZUZ“.

Indie-Urgestein feiert Comeback

Die größte Überraschung des Tages war für uns Thees Uhlmann: Mit neuer Band und neuer Platte im Gepäck brachte er die Menge zum mitsingen. Und das, obwohl es die letzten Jahre eher still um ihn geworden war. Jedoch merkten wir sofort, seine Fans haben ihn nicht vergessen. Mit seiner sehr nahbaren Art und den kleinen Anekdoten zwischendurch war das der persönlichste und sympathischste Auftritt des Tages.

Gänsehaut bei Annenmaykantereit

Auf ihrem letzten Stop der Festivalsaison holten die Jungs von Annenmaykantereit nochmal alles aus ihrer letzten Festivalshow raus. Hennings wahnsinns Stimme und drang über den gesamten Platz direkt in’s Ohr. Der Begleitung wurde die Kirsche aufgesetzt von Ferninand Schwarz an der Trompete. Gänsehaut war angesagt! Spätestens als der ganze Platz mitsang, während sich die Jungs mit einer Mini-Bühne mitten in die Menge stellten, war klar: Unsere Erwartungen wurden übertroffen.

Wer unsere Erwartungen allerdings nicht übertroffen hat waren SDP. Das Duo, das Jahre zuvor mit frechen Texten und Selbstironie punkten konnte, wirkte an diesem Tag etwas überheblich. Kaum Zuschauerkontakt und auch die Feuerwerksshow konnte das nicht wettmachen. Das können die beiden besser.

Bild: SDP, Highfield 2019
Bild: SDP

Unser Highlight, der Headliner

Der Grund, weshalb wir eigentlich auf das Highfield Festival kamen, ließ bis zum Ende auf sich warten. Nun war der komplette Platz gefüllt und alle warteten gespannt, bis Jared Leto von Thirty Seconds to Mars in seinem weißen Glitzerkostüm erschien, wie Jesus himself. Dabei stellte er immer wieder Kontakt zum Publikum her und animierte die Massen. Überraschend fanden wir auch die Einlage des Drummers Shannon Leto, der nicht nur am Schlagzeug der Bringer ist, sondern auch den Song „Remedy“ mit gefühlvoller Stimme performte. Durch den riesigen Bildschirm, die fliegenden Bälle im Publikum und die Lichter entstanden wunderschöne Bilder. Der Höhepunkt des Konzerts war, als Leto nacheinander Zuschauer auf die Bühne holte, mit ihnen tanzte und zum Schluss die ganze Bühne voller Fans war.

Bild: Thirty Seconds to Mars, Frontsänger Jared Leto, Highfield Festival 2019 - Sunset Music

Bild: Thirty Seconds to Mars, Frontsänger Jared Leto

Highfield: Preis-Leistung

Hier findet ihr eine Übersicht zu den verschiedenen Tickets und Preisen:

  • Festivalpass 119 – 159 Euro (Inkl. Camping)
  • Trailerpark + 50 Euro
  • Trailerpark + 200 Euro (inkl. Strom)
  • Tagestickets 80 Euro (kein Camping)
  • Parken 5 Euro

Insgesamt erlebt man 40 Acts in 3 Tagen auf 2 Bühnen. Dabei ist das Camping von Donnerstag bis Sonntag dabei (nicht bei den Tagestickets). Dazu gibt es einen schönen Badestrand, den wir leider nicht ausprobiert haben.

3 Tage Fesitval

4 Tage Camping

Wir haben für das Tagesticket 80 Euro bezahlt und haben dafür 15 Bands gesehen, von denen uns 8 sehr gefallen haben und ein internationaler Top-Act dabei war. Alles in allem finden wir das Preis-Leistungs-Verhältnis top.

Fazit

Nach dem strahlenden Feuerwerk machten wir uns auf den Heimweg, die Köpfe voller neuer Eindrücke. Und uns war klar, dass das Highfield Festival zu einem festen Bestandteil im Terminkalender für die nächsten Jahre werden wird.

Uns hat das Highfield überzeugt und wir kommen gerne wieder. Wie ist es mit dir? Schreib uns gerne deine Erfahrungen in die Kommentare und sieh dir unsere Videos vom Highfield bei Instagram an!

Share:

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on telegram
Share on print
Hier gehts weiter

Das könnte dich auch interessieren...

Logic Pro X – das große Update

Apple hat die für macOS erhältliche Digital Audio Workstation Logic Pro X auf die Version 10.5 aktualisiert. Mit dem Update führt Apple einige langersehnte Features

Das Kondensatormikrofon

In diesem Artikel geht es um das im Studio am meisten genutzte Mikrofon, das Kondensatormikrofon. Auf der Bühne werden übrigens meistens dynamische Mikrofone verwendet. Wir

TEILE UNS MIT DER WELT.

Share on facebook
Facebook
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
Email