Musiktheorie Teil 4: Der Quintenzirkel | sunsetmusic.de
Musiktheorie Teil 4: Der Quintenzirkel | Sunset Music

Musiktheorie Teil 4: Der Quintenzirkel

Liebe Freunde der Musik, wie versprochen setzen wir unsere Reihe der Musiktheorie fort! Hier erfährst du, wie man den Quintenzirkel einsetzen kann, um Tonarten zu bestimmen und Tonleitern zu bilden. Auch Kadenzen und Akkordfolgen lassen sich damit schnell und einfach erzeugen und abwandeln.

Wie immer bauen die Beiträge aufeinander auf, also schaut unbedingt bei Teil 2 und Teil 3 vorbei! Falls ihr im Notenlesen nochmal eine Auffrischung braucht, bekommt ihr die im Teil 1.

Der Quintenzirkel

Der Quintenzirkel | Sunset Music

Hier kannst du dir den Quintenzirkel kostenlos als pdf downloaden:

Der Quintenzirkel ist eine kreisförmige Anordnung von Tonarten und Akkorden, die jeweils im Abstand einer Quinte aufwärts stehen. Diese Reihenfolge kommt von den dazugehörigen Tonarten. Das heißt, ein Buchstabe steht gleichzeitig für einen Akkord und für eine Tonart. Angefangen bei C-Dur (ohne Vorzeichen) folgt G-Dur (ein Kreuz), D-Dur (zwei Kreuze) usw. bis Fis-Dur (6 Kreuze) im Uhrzeigersinn. Bei den Tonarten mit b als Vorzeichen haben wir das gleiche Schema, nur gegen den Uhrzeigersinn. Gegenüber der Dur-Tonarten (grün) stehen jeweils deren Paralleltonarten in Moll (rot).

Merksätze:

Geh du alter Esel, hol‘ Fische

Merksatz Dur-Tonarten mit Kreuz-Vorzeichen

Frische Brötchen essen Asse des Gesangsvereins

Merksatz Dur-Tonarten mit b-Vorzeichen

Tonleitern bilden mit dem Quintenzirkel

Die Regeln, nach denen Tonleitern in Dur und Moll gebildet werden, wurden in Teil 3 behandelt. Mit dem Quintenzirkel bleiben einem das Auswendig lernen dieser Regeln und das Rechnen von Halbtonschritten erspart. So kommt man ganz schnell auf die einzelnen Noten.

Dur-Tonleitern

Nehmen wir als Beispiel die D-Dur Tonleiter mit den Noten d-e-f-g-a-h-c-d‘: Wenn wir nun diese Tonleiter spielen wollen, aber nicht wissen, auf welchen Noten wir Vorzeichen setzen müssen, nutzen wir den Quintenzirkel. Dabei fangen wir immer bei F an und gehen im Uhrzeigersinn die Dur-Akkorde entlang mit der entsprechenden Anzahl der Vorzeichen. Das F ist unser erster Halbton mit einem #-Vorzeichen, wird also zum Fis. Da D-Dur zwei Vorzeichen hat, gehen wir noch einen Schritt im Uhrzeigersinn und landen auf dem C, das so zum Cis wird. Wir erhalten also die Töne d-e-fis-g-a-h-cis-d‘ und fertig ist die D-Dur-Tonleiter.

Bei den b-Tonarten (Es, As, Des, also linke Seite des Quintenzirkels) starten wir passenderweise beim B und gehen gegen den Uhrzeigersinn. Bei der Es-Dur Tonleiter zum Beispiel gehen wir drei Schritte von B aus gegen den Uhrzeigersinn, da Es-Dur drei Vorzeichen hat. Dadurch landen wir auf B, Es und As, also setzen wir ein b vor h, e und a und erhalten die Töne es-f-g-as-b-c-d-es‘.

Moll-Tonleitern

Das gleiche Prinzip, das wir oben beschrieben haben, ist auch auf die Moll-Tonarten anwendbar.

Die enharmonische Verwechslung

Aber was ist mit den Tonarten, die nicht auf dem Quintenzirkel stehen? Zum Beispiel Dis-Dur? Da es mehr Töne als Tasten auf dem Klavier gibt, kommt es dazu, dass zwei Halbtöne auf einer Taste landen. So entspricht z.B. ein Cis dem Des, ein Fis dem Ges und ein Dis dem Es usw. Je nach Tonart werden diese Töne so oder so benannt. Das ganze nennt man enharmonische Verwechslung.

Kadenzen bilden mit dem Quintenzirkel

Wie wir in Musiktheorie Teil 3 gesehen haben, hilft uns die Tonleiter einer Tonart dabei, zueinander passende Akkorde zu finden. In der Harmonielehre sind quintverwandte Töne besonders harmonisch zusammen. Da im Quintenzirkel alle Akkorde in Quintschritten notiert sind, haben wir die passenden Akkorde bzw. auch deren Paralleltonarten ganz einfach immer nebeneinander.

Leitereigene Dreiklänge

Schauen wir uns C-Dur als Beispiel an:

Leitereigene Dreiklänge in C-Dur | Sunset Music
Leitereigene Dreiklänge in C-Dur
klassische C-Dur Kadenz (C-F-G-C)

Die C-Dur Kadenz besteht aus den Stufen I-IV-V-I, also C-F-G-C. Die Dominante (G) befindet sich rechts vom Grundton (C), so ist es bei allen Dominanten, da sie eine Quinte vom Grundton entfernt sind. Die Subdominante (F) befindet sich links vom C im Quintenzirkel.

Im Quintenzirkel befindet sich die Dominante immer rechts vom Grundton (Tonika). Die Subdominante steht immer links vom Grundton.

Dominante und Subdominante im Quintenzirkel

Abweichungen

Tonika, Dominante und Subdominante bilden die Hauptstufen (I, V, IV) der C-Dur Tonleiter. Vor allem in der Pop-Musik werden aber auch die Nebenstufen eingesetzt:

Der Trugschluss

Beim Trugschluss handelt es sich nicht um eine böswillige Täuschung, sondern um eine Abwandlung der klassischen Kadenz. Hier kehrt die Dominante nicht wieder zurück zur Tonika, sondern mündet in die Mollparallele, auch Tonikaparallele genannt (I-IV-V-VI). Diese befindet sich auf der Stufe VI der Tonleiter. In C-Dur entspricht sie dem A-Moll und steht im Quintenzirkel gegenüber.

Die Akkorde C-F-G-Am klingen im Gegensatz zur klassischen C-Dur Kadenz aufregender und offener.

Audio: Trugschluss C-Dur (D-F-G-Am)

Außerdem findet sie sich in vielen bekannten Popsongs wieder, wie z.B. in Counting Stars von OneRepublic oder Forever Young von Alphaville.

Die Nebenstufen

Die anderen Nebenstufen, besonders die Subdominante Parallele (II) und die Dominante Parallele (III) können ebenfalls eingesetzt werden, um z.B. im Chorus oder der Bridge Abwechslung in die Akkordfolge zu bringen. Auch diese Akkorde befinden sich im Quintenzirkel um die Tonika herum. So sind alle Akkorde, die für eine Kadenz in C-Dur oder einer anderen Tonart in Frage kommen, auf einen Blick beieinander zu finden.

Fazit

Alles in allem ist der Quintenzirkel ein sehr nützliches Werkzeug, um die Musiktheorie in die Praxis umzusetzen. Auch wenn es auf den ersten Blick kompliziert wirkt – orientiert man sich am Quintenzirkel und probiert verschiedene Akkorde aus, kann man schnell und einfach eine harmonische Klangfolge erzeugen und darauf eine Melodie aufbauen.

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